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COVID-19 – brauchen wir eine neue Normalität?

25.04.2020  |  Kommentare: 3

Die Corona-Debatte dreht sich derzeit vornehmlich um das Thema, welche Regel als nächste gelockert wird. Dabei sollten wir uns anderen Fragen stellen.
Was haben wir nicht alles gehört und gelesen in den letzten Tagen. Von „Öffnungsdiskussionsorgien“ war die Rede, von der Wiedereröffnung von Möbelhäuser und verkaufsoffenen Sonntagen. Während es den einen offensichtlich gar nicht schnell genug gehen kann, möglichst viele Bereiche des öffentlichen Lebens wieder auf Vor-Corona-Niveau hochzufahren, warnen die anderen vor einem erneuten Lockdown, den entsprechenden Folgen und der weiteren Gefährdung von Risikogruppen. Jedoch beide Positionen lassen einen wichtigen Aspekt außer Acht.
Wenn kein Wunder passiert, und Wunder passieren erfahrungsgemäß ja eher selten, dann werden die Pandemie und ihre Auswirkungen unsere Gesellschaft noch über Monate, möglicherweise sogar noch Jahre begleiten. Um es mit anderen Worten zu sagen: Es wird bis auf Weiteres keine Normalität geben, wie es sie vor Corona gab. Zu inkompatibel ist unsere Art des Zusammenlebens mit der weiteren Eindämmung der Verbreitung des Virus.

Sei es nun die Art und Weise, wie unsere Kinder beschulen oder sie auf Spielplätzen spielen lassen, wie wir Feste feiern oder einkaufen gehen. Zu viele Kernpfeiler unserer Gesellschaft fußen darauf, dass Menschen einander (zu) nahe sind, ob bei der Arbeit, im Theater oder im Fußballstadion.

Es ist grundfalsch und sogar gefährlich, den Eindruck zu erwecken, mit dem Tragen von Mund-Nasen-Masken und der weiteren Aufstockung von Intensiv-Kapazitäten bekäme man das schon wieder hin mit der Normalität. Es ist ein viel weiter gehendes Umdenken erforderlich – und wir alle werden uns daran gewöhnen müssen, mit gewissen Unsicherheiten zu leben. Niemand kann seriös vorhersagen, wie lange es dauert, bis ein Impfstoff gegen das Sars-2-Virus gefunden ist. Und bis es so weit ist, müssen wir uns etwas einfallen lassen.

Gut leben mit und in der Pandemie
Der Lockdown kam in Deutschland zur richtigen Zeit, dank konsequenter Umsetzung und mit viel Hilfe der Bevölkerung konnte die Ausbreitung des Coronavirus gebremst werden. Was wir dadurch gewonnen haben, ist in erster Linie eines: Zeit. Und zwar Zeit, die wir eigentlich bräuchten, um unsere Gesellschaft möglichst Corona-kompatibel und gleichzeitig erträglich aufzustellen. Zeit, die wir gerade mit Öffnungsdiskussionen und Lockerungsdebatten wieder verspielen.
Anstatt darüber zu streiten, ob es nun Möbelhäuser, Biergärten oder Kitas verdient haben, als Erste wieder „normal“ aufzumachen, anstatt also berechtigte Interessen gegeneinander abzuwägen oder sogar auszuspielen, sollte unser Blick viel mehr darauf ausgerichtet sein, wie wir es hinbekommen, mit und in der Pandemie möglichst gut zusammenzuleben. Wie kann Teilhabe möglich gemacht werden, ohne dass es zu unkontrollierbar vielen Neuinfektionen kommt – und Menschenleben leichtsinnig gefährdet werden?

Wie kann man etwa das System Kita so umorganisieren, dass möglichst viele Eltern wieder arbeiten gehen können – ohne sich ständig Sorgen machen zu müssen, sich bei ihren Kindern anzustecken? Wie können Besuche in Alten- und Pflegeheimen möglich gemacht werden? Wie können Konzerte oder Demonstrationen stattfinden, wie können Menschen Dinge zusammen erleben, einander nah sein, ohne sich gegenseitig anzustecken? Wie können Risikogruppen dabei effektiv geschützt werden?
Die Lösung kann dabei nicht sein, dass man im Großraumbüro einfach nur jeden zweiten Tisch freilässt oder nur jedes zweite Kind in die Kita gehen kann, es müssen kreativere Ansätze her.

Dabei gibt es schon einige gute Ideen, die zeigen, dass sich vieles ermöglichen lässt, wenn unterschiedliche Instanzen mit gutem Willen zusammenarbeiten und wenn man vom (bisher) „normalen“ Weg abweicht. Wann, wenn nicht in diesen Pandemie-Zeiten, sollte Raum sein für ungewöhnliche Ideen – kontaktloses Einkaufen beim Bio-Lieferanten, telefonische Hausaufgabenhilfe, Beratung durch Plexiglasscheiben. Solche Konzepte müssen her, sie müssen gefördert werden – und zwar dringend. Wir brauchen sie für möglichst viele Lebensbereiche. Sowohl, um viele Arbeitsplätze erhalten zu können, als auch, um die erforderlichen Einschränkungen durchzuhalten und dabei nicht den Spaß am Leben zu verlieren.
Wenn wir nur darüber diskutieren, was man wie wieder öffnet, verpassen wir viel zu viele Aspekte des menschlichen Zusammenlebens – und laufen außerdem Gefahr, immer und immer wieder in den Lockdown zu rutschen – mit fatalen Folgen, auch für die Wirtschaft.

Quelle: spiegel.de online/ Kommentar von Eva Horn



3 Antworten zu “COVID-19 – brauchen wir eine neue Normalität?”

  1. Mario Wettlaufer sagt:

    Demonstrationen gegen Corona und Widerstand gegen Pflichten

    Ich möchte mal einen ganz anderen Blickwinkel einwerfen:

    Da wird mit dem Begriff „Anti-Corona“ geworben, so als könnte man mit einer erfolgreichen Demo oder Widerstandszeremonie Corona aus der Welt schaffen.

    Ich möchte ja nix sagen, aber die Personengruppe, bei der ich ein solches Verhalten noch akzeptieren würde, wäre die Gruppe der 2 – 4jährigen, denn die halten sich die Augen zu, und dann ist das Problem erstmal weg – und die glauben auch fest daran mit ihrem kindlichen Gemüt und Verstand.

    Corona wird aber leider nicht so ganz einfach verschwinden, auch wenn es tausende „Anti-Corona-Demos“ gibt und geben wird – für mich gilt hier nach wie vor das absolute Primat der Wissenschaft – denn letztlich müssen die ausgezeichneten Wissenschaftler das richten und erforschen und für uns schaffen – ja, auch für diejenigen, die das Virus leugnen und andere bewußt oder unbewußt in Gefahr bringen.

    Gerade Euch sei gesagt: Die Wissenschaft wird auch Euren Arsch retten!

    Also entweder überdenken die Virusleugner einmal anhand von Fakten aus Wissenschaft und Forschung, Erfahrungsberichten von wirklich erkrankten Menschen, etc. einmal ihre Denke, oder es bleibt zumindest mir nichts anderes übrig, als festzuhalten:

    Dann muss der Rest der Welt Euch Virusleugner und Demotouristen auch so behandeln und wahrnehmen, wie die Gruppe der 2 – 4jährigen – immer noch verbunden mit der Hoffnung, dass ihr es doch noch lernen werdet!

    Und den ganzen Lockerungsbefürwortern aus der Politik, vorneweg die beiden Bundeslockerungsbeauftragten Armin Laschet und Christian Lindner, sei gesagt, dass ihr mit Eurem Handeln erst recht die Wirtschaft ruinieren werdet….

  2. Werner Hofffmann sagt:

    Die Antworten zu dem Artikel COVID – 19 von Rainer Friedsam sind super und erklären alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. Insbesondere schließe ich mich dem Wunsch an, mit unsern Mitmenschen künftig immer respektvoll umzugehen !!!
    Ich wünsche allen Mitmenschen Glück und Gesundheit !!

  3. Reiner Friedsam sagt:

    1. Ja, ich glaube, dass es das Virus SARS-CoV-2 gibt.

    2. Ja, ich glaube, dass dieser eine neue Mutation ist, gegen welche wir derzeit weder Medikamente noch Impfungen haben, auch wenn es Leute gibt, die Desinfektionsmittel aus dem Jahre 2016 herauskramen, um zu „beweisen“, dass es schon vorher Coronaviren gab. Das müsst ihr nicht, ich weiß das und andere auch!

    3. Ja, ich glaube, dass die Maßnahmen unserer Regierung und auch die der Regierungen anderer Länder wichtig sind und dem Gebot der Vorsicht im Umgang mit diesem neuartigen Virus entsprechen.

    4. Nein, ich glaube nicht, dass sich Regierungen fast aller Länder zum Ziel gesetzt haben, Wirtschaft und Handel zu vernichten, um die Pharmaindustrie zu hofieren.

    5. Nein, ich glaube nicht, dass man diesen Virus in die Welt geschleudert hat, um neue Diktaturen zu schaffen.

    6. Ja, mittlerweile nehme ich Abstand davon, mir jede noch so bekloppte Verschwörungstheorie anzuhören.

    7. Ja, ich habe Verständnis dafür, dass unbürokratische Soforthilfen nicht gleichbedeutend mit einer Ausschüttung von Geldern an jeden sind, der ein Formular ausfüllen kann, sondern dass auch hier ein Mindestmaß an Anforderungen und Prüfungen erforderlich ist.

    8. Ja, ich glaube, dass die derzeitige Situation dem Virus geschuldet ist und nicht der Bundesregierung. Vergleichbar mit einem Attentat, für das letztendlich auch nur der Attentäter verantwortlich ist.

    9. Nein, ich glaube nicht, dass Schweden es „besser“ macht (wir befinden uns übrigens in einer Pandemie und nicht in einem Wettbewerb, bei dem derjenige gewinnt, der die wenigsten Opfer verzeichnet). Die Zahl der Todesopfer und Infizierten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung spricht dagegen, dass das fast alleinige Setzen auf die Einsicht der Bevölkerung erfolgreich ist. Daher ändert man auch gerade den Kurs.

    10. Ja, ich sehe, dass wie zu fast jedem Thema in den letzten Jahren, die Presse Panik verbreitet. Dieses tut sie, um Clicks und Auflagen zu generieren, so einfach ist das. Da steckt auch diesmal kein anderes, großes, geheimes Ziel hinter. Sie tut dieses teilweise rücksichts- und verantwortungslos. Dennoch sollte man als denkender Mensch hier weiterhin richtig einsortieren können.

    11. Nein, ich glaube nicht jedem Politiker, manche Politiker nehme ich nichtmal ernst. Das heißt aber nicht, dass ich keinem Politiker in diesem Lande mehr glaube, denn dann hätte ich den Glauben an unsere Demokratie verloren.

    12. Ja, ich glaube, dass unsere Regierung uns gerade besonnen und mit der gebotenen Vorsicht durch diese Krise führt. Von dieser geht keine Panikmache aus, das sollte man unterscheiden!

    13. Nein, liebe Besserwisser, ihr verfügt nicht über mehr Informationen als unsere Bundesregierung, da könnt ihr noch so viel auf die 1 % der (teilweise selbsternannten) Wissenschaftler setzen, die sich mit ihren Einzelmeinungen ein bisschen Ruhm verschaffen möchten, deren Hypothesen aber letztendlich im Nachgang nahezu allumfassend widerlegt werden.

    14. Ja, ich finde das Handeln einiger Politiker verantwortungslos, wie z.B. Boris Palmers‘ Lebenswert-Modell oder H. Laschets‘ Schulöffnung mit wenig Vorbereitung.

    15. Ja, ich hoffe, dass wir aus dieser Krise Lehren ziehen. Dass wir endlich in der Zeit danach, bewusster mit unserer Umwelt, Mitmenschen, Tierschutz oder wirtschaftlicher Nachhaltigkeit umgehen. In dieser Zeit wünsche ich mir, dass sich die Menschen besser, umfassender informieren und recherchieren, wenn sie sich zum Thema äußern und nicht irgendwelche ungeprüften Memes raushauen oder irgendetwas nachplappern, alles andere wird immer unerträglicher.

    16. Bleibt alle gesund, auch im Kopf. Habt Respekt ohne Egozentrik.
    Bleibt besonnen und: seid lieb!

    (Gelesen, für gut befunden, kopiert und weiterverbreitet 😎)

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